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Verordnungspaket "Intelligente Netze" – Eckpunktepapier des BMWi (Feb. 2015)

Sachstand: Februar 2015

Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom 10. Februar 2015 wird das künftige Verordnungspaket zum Thema "Intelligente Netze" drei Ordnungen zu den Bereichen

  • Messsystem,
  • Datenkommunikation, sowie
  • "Rollout" (Finanzierung und Einbauverpflichtung) beinhalten.

Im Bereich der sicheren und effizienten Kommunikation ist die modulare Erweiterung der bestehenden Schutzprofile und technischen Richtlinien, sowie des 2011 entwickelten Basis Smart Meter Gateways, vorgesehen. Dabei sollen, unter Beachtung relevanter internationaler Standards, vor allem besondere Anwendungsfälle wie z. B. Großverbraucher Beachtung finden.

Eine nachhaltige Modernisierung der Zählerinfrastruktur unter der strengen Prämisse Datenschutz und Datensicherheit wird  jedoch nicht "um jeden Preis" forciert: "Die Kosten und Nutzen eines Rollouts müssen in einem vernünftigen Verhältnis stehen." so die Formulierung im Eckpunktepapier des Bundesministeriums. Damit wird also ein genereller Rollout ausgeschlossen und die betroffenen Akteure vor möglichen unverhältnismäßigen Kosten geschützt. Um das sicherzustellen sieht das Ministerium zusätzlich bundesweite Preis-/Kostenobergrenzen für dein Einbau und Betrieb von Intelligenten Zählern sowie Messsystemen vor. Der Einbau und Betrieb der Geräte soll dabei wie bisher durch ein Messung- und Messstellenbetrieb-Entgelt finanziert werden. Die Möglichkeit einer neuen Umlage wird nicht vorgesehen.

Für den Einbau der intelligenter Messsysteme sowie intelligenter Zähler ist ein mehrstufiger und differenzierter Rolloutplan vorgesehen. Dabei wird bei den Einbauverpflichtungen grundsätzlich in (reinen) Verbrauchern sowie Erzeugungsanlagen unterschieden.

Beim Einbau von intelligenten Messsystemen bei den Verbrauchern liegt die Grenze des Jahresstromverbrauchs weiterhin bei 6.000 kWh. Der Einbau erfolgt in drei Stufen:

  • ab 2017 Stromverbraucher im Bereich >20.000 kWh/Jahr
  • ab 2019 Stromverbraucher im Bereich 10.000 bis 20.000 kWh/Jahr
  • ab 2021 Stromverbraucher im Bereich 6.000 bis 10.000 kWh/Jahr

Der verpflichtende Einbau für intelligente Messsysteme bei Neubauten und Renovierungen soll entfallen und das EnWG entsprechend angepasst werden.

Bei den Erzeugungsanlagen liegt die Einbaugrenze für EE- und KWK-Anlagen weiterhin bei 7 kW installierter Leistung. Die Einbaupflicht erstreckt sich dabei sowohl auf Alt- wie Neuanlagen. Auch hier ist ein stufenweiser Einbau vorgesehen: ab 2017 Anlagen zwischen 7 kW und 100 kW, ab 2019 folgen Anlagen größer 100 kW.

Intelligente Zähler bei den Verbrauchern sollen bis 2032 alle Zählpunkte in der Bundesrepublik abdecken. Dabei wird die Art und Weise der Nutzung der Visualisierungsoption dem Verbraucher überlassen. Die Messstellenbetreiber bleiben in der Verantwortung ihren Rollout zeitlich und finanziell effizient zu gestalten.

Am liberalisierten Messwesen wird allgemein festgehalten und durch ein geplantes Ausschreibungsverfahren für grundzuständige Messstellenbetreiber, welche den Rollout im zulässigen Rahmen nicht durchführen können oder wollen, gefördert. Zusätzlich wird die Entwicklung der Lastflexibilisierung mit Hilfe der intelligenten Messtechnik gestärkt, sowie die vorhandenen Bilanzierungsverfahren kosteneffizienter gestaltet. So soll Letzteres durch geplante vereinfachte Varianten der zählpunktbezogenen Zählerstandgangsbilanzierung erreicht werden.


Quelle und weitere Informationen:


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