Umstellung der Vorlaufzeit des kontinuierlichen Intraday-Handels auf 30 Minuten (Juli 2015)

Sachstand: Juli 2015


Die europäische Strombörse EPEX-Spot hat am 16.06.2015 die Vorlaufzeit für Angebote an den kontinuierlichen Intraday-Märkten verringert. So können in Deutschland jetzt Handelsaktivitäten bis 30 Minuten vor Erfüllung getätigt werden. Eine genaue Aufstellung der neuen Vorlaufzeiten der europäischen Märkte ist auf der Homepage der EPEX-Spot veröffentlicht. Es wird erwartet, dass dieser Schritt dazu beiträgt, die Kosten für kurzfristige Bereitstellung von Energie an den Regelleistungsmärkten zu verringern und den Akteuren am Markt einen breiteren Handlungsspielraum ermöglicht.

Durch den stetig wachsenden Anteil an fluktuierender Erzeugung im Strommix wird von den Akteuren am Strommarkt immer mehr Flexibilität in der kurzfristigen Bereitstellung von positiver und negativer Erzeugungsleistung verlangt (siehe auch "Erlösmöglichkeiten von Flexibilität auf dem Strommarkt"). Die Europäische Strombörse EPEX-Spot hat diesen Trend erkannt und reagiert, indem den Akteuren immer neue Wege des bilanziellen Erzeugungsausgleichs ermöglicht werden. So wurde bereits 2006 in Deutschland ein kontinuierlicher Intraday-Markt eingeführt. Im Dezember vergangenen Jahres wurde zudem eine Intraday-Auktion eingeführt, die im Gegensatz zur Day-ahead-Auktion den Handel von Viertelstundenprodukten ermöglicht (Auswertungen hierzu unter „100 Tage Intraday-Auktion an der EPEX-SPOT“). Die Umstellung der Vorlaufzeit ist ein weiterer Schritt, um die Beanspruchung der Regelleistungsmärkte möglichst gering zu halten und somit gesamtwirtschaftliche Kosten zu minimieren. Kurzfristige Schwankungen in der Erzeugung aus Erneuerbaren Energien können dadurch bereits besser am Intraday-Markt ausgeglichen werden und somit der Einsatz von teurer Regelenergie reduziert werden.


Mehr zum Thema: