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Die wichtigsten Inhalte des Bayerischen Energieprogramms (Okt. 2015)

Sachstand: Dezember 2015

Das Bayerische Energieprogramm wurde im Oktober 2015 von der Bayerischen Staatsregierung verabschiedet und stellt den derzeitigen Stand der Energiesituation in Bayern, dessen energiepolitische Ziele und damit verbundene Herausforderungen, sowie konkrete Pläne zur Umsetzung der geplanten Vorhaben dar.

Seit der Verabschiedung des Energiekonzeptes 2011 sind laut Bayerischem Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi), trotz steigender Bevölkerungszahl und positiver Konjunkturentwicklung in Bayern, große Fortschritte im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz erzielt worden.

Bisherige Ergebnisse

cover-bay-energieprogramm 180So stieg der Anteil regenerativer Energien am Endenergieverbrauch von 2010 bis 2014 um fast ein Viertel von 15,1 % auf 18,8 %. Mit 18,4 % im Jahr 2013 lag Bayern deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 12 %. Der Anteil an der Bruttostromerzeugung nahm in dem Zeitraum sogar um etwa 40 % von 25,9 % auf 36,1 % zu. Auch beim Energieverbrauch zur Wärmebereitstellung und im Verkehr konnte der Anteil regenerativer Energien zwischen 2010 und 2014 um rund 19,5  % erhöht werden. Gleichzeitig ist seit 2010, trotz Wirtschaftswachstum und Abschaltung des Kernkraftwerks Isar 1, ein leichter Rückgang der energiebedingten CO2-Emissionen zu verzeichnen.

Neue Ziele

Bayern ist zwar derzeit deutschlandweit führend bei der Nutzung von Wasserkraft, Solarenergie, Geothermie sowie Umgebungswärme, dennoch steht das ganze Land aufgrund der schnellen Veränderungen vor immer größeren Herausforderungen. Um diese auch in Zukunft bewältigen zu können, hat Bayern folgende energiepolitische Ziele vorgesehen:

  • bis 2022: schrittweiser Ausstieg aus der Kernenergie
  • bis 2025:
    • Deckung von 20 % des Endenergieverbrauchs aus regenerativen Energien
    • Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energie an der Stromerzeugung auf 70 %
    • Erhöhung der Primärenergieproduktivität um 25 % gegenüber 2010
    • Senkung des Primärenergieverbrauchs um 10 % gegenüber 2010
    • Senkung des jährlichen Pro-Kopf-CO2-Verbrauchs auf 5,5 Tonnen (2014: 6,1 Tonnen)

Zur Durchführung der geplanten Maßnahmen setzt Bayern dabei auf folgende Drei-Säulen-Strategie:

  • Effiziente Verwendung von Energie
  • Nachhaltige Erzeugung
  • Notwendiger Stromtransport (Netzausbau)

Förderschwerpunkte

Anwendungspotenziale erneuerbarer Energien sollen in allen Bereichen von der Elektromobilität bis hin zum Gebäudebau erschlossen werden. So wird beispielsweise mit dem "10.000-Häuser-Programm" der Bau energieeffizienter Wohnhäuser sowie der Einsatz effizienter Heizungen und Speichersysteme gefördert. Zudem soll die Kraft-Wärme-Kopplung weiter ausgebaut werden und eine Ausweitung von energiespezifischer Information und Beratung. Darüber hinaus soll die Förderung von Energieeffizienznetzwerken und kommunalen Energiekonzepten vorangetrieben werden.

Oberstes Ziel der bayerischen Energiepolitik bleibt allerdings eine sichere, bezahlbare und umweltverträgliche Energieversorgung für Bayerns Bürger und Betriebe. Um Bayerns Versorgungssicherheit unter allen Umständen weiterhin zu gewährleisten, wird als Ergänzung zu den erneuerbaren Energien die Nutzung möglichst umweltfreundlicher, konventioneller Gaskraftwerke und Speicher in Betracht gezogen.


Quelle: /STMWI-02 15/
Bayerisches Energieprogramm – für eine sichere, bezahlbare und umweltverträgliche Energieversorgung. München: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, 2015