Marktanreizprogramm

Stand 23.12.2016

Die Wende auf dem Strommarkt hin zu erneuerbaren Energien ist bereits weit vorangekommen, jedoch bestehen auf dem Wärmemarkt noch erhebliche Potenziale.

Um diese zu heben, wurde die Richtlinie "zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt" erlassen, welche mit der Novellierung des Marktanreizprogramms (MAP) zum 1. April 2015 in Kraft getreten ist.

Art der Förderung

Die Förderung erfolgt im MAP in Form von zwei Säulen:

  1. Zuschüsse der BAFA:
    für kleinere Anlagen in Unternehmen, wie z. B. Solarthermiekollektoren, Pelletsheizungen
  2. Zinsvergünstigte Darlehen und Tilgungszuschüsse der KfW-Bankengruppe:
    für große, gewerbliche Anlagen für Raumwärme/Prozesswärme-Erzeugung, Biomassekraftwerke oder Wärmenetze

Förderung von Solarkollektoranlagen

Gegenstand der Förderung sind die Errichtung und die Erweiterung von Solarkollektoranlagen zur thermischen Nutzung, welche mindestens einem der folgenden Zwecke dienen:

  • Warmwasserbereitung
  • Raumheizung
  • Kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung
  • Solare Kälteerzeugung
  • Die Zuführung von Wärme und/oder Kälte in ein Wärme- und/oder Kältenetz
  • Bereitstellung von Prozesswärme

Die BAFA fördert Anlagen von drei bis zu max. 100 m2 Bruttokollektorfläche. Für Anlagen, die hauptsächlich zur Gewinnung von Prozesswärme dienen, gilt diese Begrenzung nicht.

Die Förderung der BAFA ist in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Förderübersicht Solar

Im Rahmen des KfW-Programms Erneuerbare Energien "Premium" können Zinsverbilligungen und Tilgungszuschüsse für die Errichtung und Erweiterung großer Solarkollektoranlagen (ab einer Bruttokollektorfläche von 40 m2) beantragt werden. Das KfW-Programm und die Förderung sind nicht kombinierbar.

Es gibt hier zwei Förderungsarten:

  • Größenabhängige Förderung beim Einsatz zur
    • Warmwasserbereitung, Raumheizung, Kälteerzeugung oder Einspeisung in ein Wärmenetz - 30 % der Nettoinvestitionskosten
    • hauptsächliche Einspeisung in ein Wärmenetz - 40 % der Nettoinvestitionskosten
    • Prozesswärme-Erzeugung - 50 % der Nettoinvestitionskosten
  • Ertragsabhängige Förderung
    • jährliche Kollektorleistung (nach Solar-Keymark) multipliziert mit der Anzahl der Kollektoren und 0,45 €

       

Förderung von Biomasse-Anlagen

Gegenstand der Förderung sind die Errichtung oder Erweiterung von Biomasseanlagen für die thermische Nutzung in Gestalt von

  • automatisch beschickten Anlagen zur Verbrennung von fester Biomasse oder
  • besonders emissionsarmen Scheitholzvergaserkesseln

Zu den förderfähigen Anlagen zählen:

  • Kessel zur Verbrennung von Biomassepellets und -hackschnitzel
  • Pelletsöfen mit Wassertasche
  • Kombinationskessel zur Verbrennung von Biomassepellets bzw. Hackschnitzel und Scheitholz
  • besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel

Die BAFA fördert Anlagen von 5 bis einschließlich 100 kW Nennwärmeleistung. Die Förderung der BAFA ist in der Tabelle zusammengefasst:

Förderübersicht Biomasse

Im Rahmen des KfW-Programms Erneuerbare Energien „Premium“ können Zinsverbilligungen und Tilgungszuschüsse für die Errichtung und Erweiterung großer Biomasseanlagen (ab einer Nennleistung von 100 kW) beantragt werden.

Grundförderung Bonusförderung
niedrige Staubemissionen Errichtung Pufferspeicher
Biomasseanlagen ab 100 kW 20 €/kW 1) 20 € kW 2) 10 € kW 3)
KWK-Biomasseanlagen bis 2 MW  40 € kW 

1) max. 50.000 € je Einzelanlage
2) wenn staubförmige Emissionen max. 15 mg/m³ (Volumengehalt an Sauerdstoff im Abgas von 13 % im Normzustand (273 K; 1013 hPa)
3) der Pufferspeicher muss mindestens 30 l/kW Nennwärmeleistung betragen

 

Förderung von effizienten Wärmepumpen

Gegenstand der Förderung ist die Einrichtung von effizienten Wärmepumpen (ausgenommen Luft/Luft-Wärmepumpen) zur

  • Kombinierten Warmwasserbereitstellung und Raumheizung von Gebäuden
  • Raumheizung von Nichtwohngebäuden
  • Bereitstellung von Prozesswärme oder
  • Bereitstellung von Wärme für Wärmenetze

Die BAFA fördert Anlagen bis einschließlich 100 kW Nennwärmeleistung. Die Förderung der BAFA ist im nachfolgenden Dokument zusammengefasst:

Förderübersicht Wärmepumpe

 

Im Rahmen des KfW-Programms Erneuerbare Energien „Premium“ können Zinsverbilligungen und Tilgungszuschüsse für die Errichtung effizienter Wärmepumpen (ab einer Nennwärmeleistung von 100 kW) beantragt werden. Nicht gefördert werden Luft/Wasser-Wärmepumpen oder Luft/Luft-Wärmepumpen.

  • Effiziente Wärmepumpen werden mit 80 €/kW Wärmeleistung am Auslegungspunkt gefördert, mindestens jedoch 10.000 € und höchstens 50.000 € je Einzelanlage
  • In Zusammenhang kann auch eine förderfähige Erdsonde gefördert werden
    • Bis 400 m Tiefe:    4 €/m
    • Ab 400 m Tiefe:    6 €/m

Weitere geförderte Technologien

Im Rahmen des KfW-Programms Erneuerbare Energien „Premium“ werden noch folgende Heiztechnologien unter Einbindung erneuerbarer Energien gefördert:

  • Wärmenetze
  • Große Wärmespeicher
  • Biogasleitungen für unaufbereitetes Biogas
  • Tiefengeothermiebohrung zur Wärmeerezugung oder kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung

Wichtig für KMU

Kleine und mittlere Unternehmen erhalten einen bis zu 10 % höheren Förderbetrag der hier dargestellten Beträge.

Zusatzförderung durch das Anreizprogramm Energieffizienz (APEE)

Alle im Rahmen des MAP förderfähigen Anlagen können einen bis zu 20 % höheren Förderbetrag nach dem Anfang 2016 beschlossenen APEE-Bonus erhalten, wenn besonders ineffiziente Heizungsanlagen ausgetauscht werden. Genauere Informationen finden Sie hier.

Weitere Informationen

Ansprechpartner

Heizen mit Erneuerbaren Energien
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
Referat 513 – Grundsatz Marktanreizprogramm
Frankfurter Straße 29 – 35
65760 Eschborn
Telefon: 06196 908-1625
Fax: 06196 908-1800    

KfW Bankengruppe
Kredit: 271/281

Palmengartenstraße 5-9
60325 Frankfurt
Telefon: 0800 539 9001