Umstrukturierung der Förderlandschaft für industrielle Energieeffizienzmaßnahmen

Laut der aktuellen Studie der Agora Energiewende („Das Klimaschutzziel von -40 Prozent bis 2020: Wo landen wir ohne weitere Maßnahmen?“, 09/2017) hinkt Deutschland der Erreichung seiner gesetzten Klimaschutzziele deutlich hinterher.

In diesem Zusammenhang gilt es, die klimapolitischen Handlungsmöglichkeiten zur Erreichung der Klimaschutzziele zu priorisieren. Dies ist notwendig, um sowohl eine drastischere Reduktion des Energieverbrauchs als auch einen deutlich verstärkten Ausbau erneuerbarer Energiequellen herbeizuführen. Ein zentrales Handlungsinstrument stellen insbesondere branchenübergreifende Förderprogramme zur Steigerung der Energieeffizienz dar.

Aus diesem Grund und zur konsequenteren Zielerreichung hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) 2016 bis 2017 ein Projekt zur Optimierung der Förderlandschaft im Bereich der Energieeffizienzprogramme durchgeführt mit dem Ziel, diese grundlegend zu reformieren. Basierend auf der „Förderstrategie Energieeffizienz und Wärme aus erneuerbaren Energien“ (05/2017) des BMWi sehen Handlungsempfehlungen u. a. die Neufassung eines Industrieprogramms vor, das bestehende Förderprogramme für Querschnittstechnologien, Abwärme, Produktionsprozesse und Energiemanagementsoftware zukünftig ersetzen soll. Hierbei werden bewährte Elemente aus bestehenden Industrieprogrammen übernommen und weiterentwickelt. Der Start der neuen Richtlinie ist bereits für Ende 2018 bzw. Anfang 2019 geplant.

Der Rahmen des neuen Förderprogramms sieht vor, wirksamere Anreize für Fortschritte beim Energiesparen zu setzen nach dem Motto: „Je ambitionierter die Investition, desto attraktiver das Förderangebot“. Dies soll erreicht werden, indem alle Maßnahmen-Cluster zu vier Fördermodulen in einem gemeinsamen Programm gebündelt werden, bestehend aus:

  • spezifischen Einzelmaßnahmen, dem
  • Ausbau erneuerbarer Prozesswärme,
  • MSR-Technik sowie EnMS-Software und
  • technologieoffene Maßnahmen.

Für letztere wird vom BMWi zusätzlich ein neues Wettbewerbsprogramm zur technologieoffenen Förderung von Effizienzmaßnahmen erarbeitet. Die wettbewerbliche Förderung soll dazu dienen, gezielt Maßnahmen zu fördern, die mit verhältnismäßig geringen Investitionskosten besonders hohe CO2-Einsparungen bewirken. Um für das Modul (4) einen Förderzuschuss zu erhalten, ist zudem die Vorlage eines qualifizierten Einsparkonzepts durch einen Energieberater erforderlich. Ein intern erstelltes Energiekonzept wird nur akzeptiert, sofern ein Unternehmen nachweislich ISO- oder EMAS-zertifiziert ist.

In beiden Fällen können Mitarbeiter der FfE GmbH mit langjähriger Expertise als zertifizierte energietechnische Berater und gelistete Energieberater des BAFA im Bereich der industriellen Energieeffizienz sowohl ganzheitliche Konzepte ausarbeiten als auch beratend bei der Konzepterstellung unterstützen. Die Förderhöhe für technologieoffene Maßnahmen liegt bei 30 % (+ 10 % KMU-Bonus) der förderfähigen Investitionskosten. Neu ist hierbei die Sicherstellung der Fördereffizienz durch einen Förderdeckel in Höhe von 500 € (bzw. 700 € für KMU) pro jährlicher Tonne eingespartem CO2.

Abbildung: Rechenbeispiel zur technologieoffenen Förderung von Effizienzmaßnahmen in der Industrie

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