Analyse der deutschen Elektrizitätsexporte 2012

Abbildung2 400
Erschi
enen in:


Zeitschrift für Energie, Markt und Wettbewerb
(e m w), Ausgabe: 04/2013


Autoren:


Benedikt Eberl (FfE e.V.),

Christoph Pellinger (FfE e.V.),
Serafin von Roon (FfE GmbH)

 

Abbildung 1: Mittlere Exportleistung und mittlere prog-
nostizierte Erzeugung der Wochentage 2012

Abstract

Die Liberalisierung des europäischen Strommarkts führt zu einer immer stärkeren Kopplung der nationalen Märkte. Durch diese Veränderung des Marktumfeldes ergeben sich somit auch Veränderungen des grenzüberschreitenden Handels. Nach den Beschlüssen des europäischen Rates von 2011 sollen die grenzüberschreitenden Übertragungskapazitäten weiter ausgebaut werden. Eine Betrachtung des internationalen Elektrizitätshandels gewinnt somit immer mehr an Bedeutung.

In dem Artikel wird eine Analyse der Day-Ahead-Exportsaldi des Jahres 2012 durchgeführt und die Entwicklungen des ersten Halbjahres 2013 zusammengefasst. Es zeigt sich, dass Deutschland in allen Monaten mehr Strom exportiert als importiert. Sowohl saisonal als auch tageszeitlich gibt es hierbei deutliche Unterschiede. Es zeigen sich ebenfalls Unterschiede der Exportbilanzen mit den verschiedenen Nachbarländern.


Fazit

Abbildung6 300Die momentane Situation des gegenüber den europäischen Nachbarländern fortgeschrittenen Ausbaus der erneuerbaren Energien in Deutschland, favorisiert ein Exportverhalten wie es heute zu sehen ist. Aufgrund der verschiedenen Zusammensetzung der nationalen Kraftwerkparks lässt sich nur schwer ein Zusammenhang zwischen den absoluten Exportzahlen und nationalen Gegebenheiten, wie Residuallast oder Erzeugung aus erneuerbaren Energien, darstellen. Grundsätzlich ist der Preisunterschied zwischen verschiedenen Marktgebieten aber als treibende Kraft des grenzüberschreitenden Handels anzusehen. Eine detaillierte Analyse und Prognose der Preise erfordert somit die Kenntnis der unterschiedlichen Zusammensetzung des Kraftwerksparks, der Verbraucherlast und der Erzeugung aus erneuerbaren Energien sowie aus Kraft-Wärme-Kopplung. Die unterschiedlichen nationalen Charakteristika führen somit zu deutlichen Unterschieden der Exportsaldi Deutschlands mit den jeweiligen Nachbarländern.

Abbildung 2: Monatliches Export-Saldo Strom 2012