Die Struktur der Verbraucherlast in Europa – Analyse und Synthese repräsentativer Typtage


Erschienen in:

et – Energiewirtschaftliche Tagesfragen 64. Jg. (2014) Heft 9, S. 68 - 70

Autoren:

Michael Hinterstocker, M. Sc. (FfE GmbH),
Dr.-Ing. Thomas Gobmaier (FfE GmbH),
Dr.-Ing. Serafin von Roon (FfE GmbH),
Dr.-Ing. Hans Roth (Stadtwerke München)

 

Zusammenfassung

Typische Lastsituationen in den europäischen Ländern bilden zusammen mit der erwarteten Entwicklung der Einspeisung aus erneuerbaren Energien die Grundlage zur Analyse künftiger Anforderungen an den Kraftwerkseinsatz und der Preisbildung am Strommarkt.

Für die Verwendung im Fundamentalmodell der Stadtwerke München wurden Typtage der Verbraucherlast in neun europäischen Ländern und Regionen basierend auf aktuellen Lastdaten der ENTSO-E generiert. Um typische Tagesverläufe zu erhalten und Ausreißer entsprechend zu filtern, wurde ein Clusterverfahren genutzt. Die Methodik ermöglicht Vergleiche zwischen einzelnen Jahren sowie den verschiedenen untersuchten europäischen Regionen. Darüber hinaus wurde für ausgewählte Länder der Einfluss der Temperatur auf die elektrische Verbraucherlast berechnet.


Fazit

Auf Basis der ENTSO-E-Lastdaten konnten Typtage der elektrischen Verbraucherlast in verschiedenen europäischen Ländern und Regionen generiert werden. Die Ergebnisse zeigen strukturelle Unterschiede zwischen den untersuchten Gebieten, die für die Strompreisbildung in den jeweiligen Ländern nicht zu vernachlässigen sind. Auch zwischen einzelnen Jahren sind Abweichungen erkennbar. Dennoch zeigt sich, dass Lastspitzen und Minimallast eine hohe Gleichzeitigkeit aufweisen, was besonders bei der Diskussion um Versorgungssicherheit und Systemstabilität zu berücksichtigen ist.

Für den Kraftwerkseinsatz und die Preisbildung an Strommärkten ist im Wesentlichen die sog. Residuallast, also die Verbraucherlast abzüglich der Einspeisung aus erneuerbaren Energien, verantwortlich. Die entwickelten typischen Verbraucherlastsituationen sind eine wichtige Grundlage, um Veränderungen in den residualen Lastgradienten und in der Preisstruktur untersuchen zu können.

 

Mehr Informationen zum Projekt: