Stadt München - CO2-Einsparpotenziale durch das Integrierte Handlungsprogramm Klimaschutz

muenchen stadt 130Die Landeshauptstadt München hat im Jahr 1990 ambitionierte Klimaschutzziele formuliert und in 2008 konkretisiert: Bis zum Jahr 2030 sollen die Pro-Kopf-CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 halbiert werden. Dieses Ziel soll unter anderem durch das "Integrierte Handlungsprogramm Klimaschutz in München" (IHKM) erreicht werden, das eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen zur CO2-Minderung im Klimaschutzprogramm 2010 (KSP 2010) vereint.


Berechnung der CO2-Minderungseffekte

Im Rahmen des IHKM wurde die FfE GmbH damit beauftragt, die möglichen CO2-Minderungseffekte einzelner Maßnahmen zu berechnen. Nachfolgend einige Beispiele in München durchführbarer Punkte im KSP 2010, deren Einsparpotenziale durch die FfE GmbH quantifiziert wurden:

  • Umstellung des Fernwärmenetzes von Dampf auf Heißwasser
  • Ausbau der Fernwärme
  • Effizienzsteigerung im Bereich Straßenbeleuchtung und Signalisierung
  • Kommunale Anreizprogramme (z.B. Programme in Schulen)
  • Sanierung städtischer Gebäude
  • Sanierung in Wohnungen städtischer Baugesellschaften
  • Neubauten in Niedrigenergiebauweise

Weiterhin stand die FfE den beteiligten städtischen Referaten für die wissenschaftliche Begleitung und Fachbetreuung im Bereich CO2-Verminderung zur Verfügung. In mehreren Vorträgen und Arbeitsgruppen-Sitzungen konnten wir wichtige Impulse für die Entstehung des Maßnahmenplanes im KSP 2010 geben. So wurden etwa in einem Workshop unterschiedliche Berechnungsmethoden für CO2-Emissionen bei Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen erläutert.

Nachfolgend ein Beispiel für das Einsparpotenzial im Bereich "Sanierung städtischer Gebäude".


Sanierungsmöglichkeiten im Gebäudebestand

In folgendem Beispiel wird von einem untersuchten Gebäudebestand mit einer Gesamtnutzfläche von etwa 140.000 m² ausgegangen (rund 200 Gebäude), für die Energieausweise auf Basis der Energieeinsparverordnung 2007 (EnEV 07) vorlagen. Für diese Gebäude hat die FfE GmbH drei mögliche Sanierungsoptionen betrachtet und die CO2-Einsparpotenziale ausgewertet:

  • Sanierung der Gebäudehülle auf den Mindeststandard, wie er in der EnEV 09 für den Gebäudebestand definiert ist
  • Sanierung des Bestandes auf den EnEV 09 Neubaustandard
  • Münchner Sanierungsstandard

In nachfolgender Abbildung sind die möglichen absoluten CO2-Einsparpotenziale dargestellt. Dabei wurde zusätzlich zu den bestandserhaltenden Sanierungsmaßnahmen (entspricht einer energetischen Sanierung von 0,4 %) eine jährliche, energetische Sanierungsquote von 2 % angenommen.

CO2-Einsparpotenzial_staedtische_Wohngebaeude_450

Abbildung 1: Jährliche absolute CO2-Einsparung im untersuchten Gebäudebestand bei 2 % zusätzlicher energetischer Sanierung


Ergebnisse und Empfehlungen

Obwohl die absoluten Mengen möglicher CO2-Minderung im beispielhaft betrachteten Gebäudebestand durchaus beachtlich sind, zeigt sich auch, dass die bisher durchgeführten Sanierungsmaßnahmen zum Bestandserhalt für das Erreichen der Städtischen Klimaschutzziele nicht ausreichen. Auch bei einer vollständigen Sanierung des Gebäudebestandes nach EnEV 09 Bestand, bzw. Neubaustandard kann die Zielvorgabe der 50 %-igen CO2-Reduktion nicht erreicht werden. Erst mit den umfassenden Maßnahmen, wie sie durch den Münchner Sanierungsstandard vorgegeben werden, kann mit einer Sanierungsquote von jährlich 3,8 % die geforderte CO2-Einsparung realisiert werden.


Zukunft des IHKM

Die Klimaschutzmaßnahmen des KSP 2010 im Rahmen des IHKM stellen einen wichtigen Schritt dar zu zeigen, dass auch ein Ballungsraum wie die Landeshauptstadt München einen entscheidenden Beitrag zum weltweiten Klimaschutz leisten kann. Die nächsten Schritte müssen sein, die erarbeiteten Maßnahmen und Einsparpotenziale auch tatsächlich umzusetzen sowie neue Potenziale für den Klimaschutz aufzudecken – etwa durch den Ausbau erneuerbarer Energien im Münchner Umland. Auch in Zukunft müssen neue Klimaschutzprogramme folgen, damit die ambitionierten Ziele für 2030 nicht nur Ziele bleiben.


Auswahl untersuchter Maßnahmen

  • CO2-Einsparung von Neubauten in Niedrigenergieweise
  • Sanierung von Wohngebäuden
  • Anreizprogramme zur verantwortungsbewussten Energienutzung
  • CO2-Abschätzung einzelner Punkte des IHKM
  • Einsparungen bei der Straßenbeleuchtung

 

 

Auftraggeber:  Landeshauptstadt München

Gefördert durch:

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