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Pilotprojekt Smart Metering der Vorarlberger Kraftwerke AG

Einsparpotenziale des privaten Stromverbrauchs durch Feedback und Beratung

 

Zusammenfassung

Im Pilotprojekt SM500 der Vorarlberger Kraftwerke wurden die Auswirkungen intelligenter Stromzähler und die gleichzeitige Anwendung von Feedback- und Beratungsinstrumenten auf den Stromverbrauch privater Haushalte ermittelt. Rund 500 Haushalte wurden mit Smart Metern ausgestattet und in drei Gruppen mit verschiedenen Feedback- und Beratungsinstrumenten eingeteilt. Des Weiteren dienten zwei Kontrollgruppen mit ca. 140 (V1) und 630 (V2) Kunden zum Vergleich. Die Verbrauchsdaten, die Nutzung des Webportals und die ergänzende Onlinebefragungen wurden ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz der Smart Meter in Kombination mit verschiedenen Feedback- und Beratungsinstrumenten Einsparpotenziale aufweist, deren Höhe maßgeblich durch Art, Qualität und Nutzungsintensität der Instrumente  bestimmt wird.
Das Pilotprojekt wurde von der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft aus München wissenschaftlich begleitet. Wesentliche Aufgaben der FfE waren die Methodenentwicklung, Datenplausibilisierung und -aufbereitung sowie die belastbare Quantifizierung der realisierten Einsparerfolge.

Tabelle 1: Einsparerfolge in den Smart Meter- und Vergleichsgruppen

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Feedback- und Beratungsinstrumente

Zur Ermittlung der Verbrauchsreduktion durch Smart Meter und die verschiedenen Feedback- und Beratungselemente wurden fünf Gruppen definiert. Die drei S-Gruppen setzen sich aus Haushalten mit Smart Metern mit den Feedbackinstrumenten e’klar-Meter (Vor-Ort Anzeige im Sekundentakt) und e’klar-Stromtagebuch (Webportal) zusammen. Den Kunden der S2-Gruppe wurde zusätzlich ein monatlicher personalisierter Energiebericht mit einer individuellen Verbrauchsauswertung zugeschickt. Die ergänzende persönliche Energieberatung vor Ort wurde bei Kunden der Gruppe S3 durchgeführt. Die Kunden der Vergleichsgruppe V1 nahmen an einer Stromsparmeisterschaft teil, wovon 25 Kunden eine Energieberatung erhielten. Alle Kunden der S-Gruppen sowie der V1-Gruppe erhielten eine monatliche Rechnung. Die Kunden der Vergleichsgruppe V2 erhielten lediglich ihre Jahresabrechnung und ihnen war nicht bekannt, dass sie als Kontrollgruppe dienten.


Vorgehensweise und Methodik

Zentrales Ziel der Untersuchung war, die Wirkung der Smart Meter sowie der Feedback- und Beratungsinstrumente auf den Stromverbrauch von privaten Haushalten zu bestimmen. Hierzu musste einerseits ein zeitlicher Vergleich mit historischen Verbrauchswerten und andererseits ein Vergleich mit Kunden, die nicht in den Genuss von Feedback- oder Beratungsinstrumenten kamen, durchgeführt werden.
Witterungseinflüsse überlagern den Einspareffekt bei Kunden mit elektrischer Heizung erheblich, weshalb diese ausgeschlossen wurden. Eine Plausibilisierung der Kundenangaben zur elektrischen Warmwasserbereitung wurde mittels einer Lastgangs- und Regressionsanalyse durchgeführt. Die Verbräuche der einzelnen Kunden wurden auf Basis des mittleren Verbrauchs der Jahre 2009 und 2010 normiert, da sich die Verbrauchshöhe der einzelnen Kunden in den Gruppen erheblich unterschied. Ohne Normierung würden die Verbrauchsveränderungen weniger großer Verbraucher das Einsparergebnis der gesamten Gruppe dominieren. Kunden mit unplausiblen Verbrauchsdaten oder -änderungen wurden bei der Auswertung nicht berücksichtigt. Aufgrund des Einflusses von saisonalen Effekten auf den Stromverbrauch war eine Auswertung über einen Zeitraum von zwölf Monaten notwendig.


Ergebnisse

Der Durchführungszeitraum des Pilotprojektes erstreckte sich von Ende 2010 bis Mitte 2012. Idealer Auswertungszeitraum, welcher den Kriterien einer möglichst hohen Anzahl an installierten Smart Metern und einer belastbaren Datenbasis der Vergleichsgruppe V2 gerecht wird, sind die zwölf Monate von April 2011 bis März 2012. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass bei zunehmender Qualität und intensiverer Nutzung der Beratungselemente höhere Einsparungen erzielt wurden (vgl. Tabelle 1). Die in Tabelle 1 ausgewiesenen Einsparungen entsprechen dem Mittelwert der normierten Einsparungen. Eine Auswertung der absoluten Verbrauchsänderung in den Gruppen kommt grundsätzlich zu gleichen Aussagen.

Der Einspareffekt, welcher den jeweiligen Beratungs- und Feedbackinstrumenten zugerechnet werden kann, entspricht lediglich der zusätzlichen Einsparung im Vergleich zur Verbrauchsreduktion in der Kontrollgruppe V2. Die Einsparungen allein durch den Einsatz eines Smart Meters und der dazugehörigen Feedbackinstrumente sowie einer monatlichen Rechnungsstellung (S1-Gruppe) sind mit 0,6 % nur geringfügig und statistisch nicht signifikant. Das zusätzliche monatliche Versenden eines personalisierten Energieberichts mit Verbrauchsauswertungen (S2-Gruppe) verursacht einen besonders hohen Sprung bei den erzielten Einsparungen auf 3,9 %. Etwa gleich hohe Einsparungen in Höhe von 4,2 % konnten die V1 Kunden der Stromsparmeisterschaft ohne den Einsatz von Smart Metern erzielen. Da bei den V1-Kunden monatlich der Ableser erschien, könnte der regelmäßige Impuls von außen – ähnlich wie beim personalisierten Bericht in der S2-Gruppe – maßgeblichen Einfluss auf den Einsparerfolg haben. Die höchsten Einsparungen von 5,7 % konnten durch den personalisierten Energiebericht in Ergänzung zu einer Vor-Ort-Energieberatung (S3-Gruppe) erreicht werden.

Projektzeitraum:  2010 - 2012
Auftraggeber:

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Den Vortrag zum Thema finden Sie hier:


Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. (FH) Anna Gruber