Die ISO-50000er-Familie wächst

Stand: September 2017

Die ISO 50001 ist mittlerweile der Kern einer ganzen Normen-Familie, welche kontinuierlich wächst. Die neuen Normen bringen verschärfte Anforderungen, aber auch praktische Hilfestellungen zur Umsetzung mit sich. Wichtig ist, dass die weiterführenden Normen keine Zertifizierungsgrundlagen bilden, sondern die ISO 50001 unterstützen bzw. die Tätigkeiten der Zertifizierungsstellen (ISO 50003) regeln sollen.

50000er Familiea neu

Im Folgenden sind die unterschiedlichen Normen mit einer Kurzzusammenfassung dargestellt.


DIN EN ISO 50001:

Gültige Fassung:  DIN EN ISO 50001:2011-12 
Status: gültig
Stellenwert: Verordnung

 

Titel: Energiemanagementsysteme - Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung

Dieses Dokument legt Anforderungen zur Einführung, Verwirklichung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines Energiemanagementsystems mit dem Ziel fest, eine Organisation in die Lage zu versetzen, durch einen systematischen Ansatz eine kontinuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung zu erzielen. Im aktuellen Entwurf gibt es keine grundlegenden Änderungen. Vielmehr werden Begrifflichkeiten wie Energetische Bewertung, Energieleistungskennzahlen und energetische Ausgangsbasis präzisiert sowie eine Anpassung an andere Managementsysteme vorgenommen.

 

DIN EN ISO 50002:

Gültige Fassung:  ISO 50002:2014-07
Status: gültig
Stellenwert: Verordnung

 

Titel: Energieaudits - Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung

Die Norm beschreibt die Anforderung an ein Energieaudit und wird vermutlich in Zukunft die DIN EN 16247 ersetzen.

 

DIN EN ISO 50003:

Gültige Fassung:  DIN ISO 50003:2016-11
Status: gültig
Stellenwert: Verordnung

 

Titel: Energiemanagementsysteme - Anforderungen an Stellen, die Energiemanagementsysteme auditieren und zertifizieren

Die Norm betrifft vor allem die Zertifizierungsstellen und deren Auditoren. Die Norm legt die Anforderungen fest, wie und in welchem Umfang Energiemanagementsysteme zu zertifizieren sind. Die Dauer eines Audits ergibt sich zukünftig anhand des energierelevanten Personals, der eingesetzten Energieträger, des Energieverbrauchs und der Komplexität eines Unternehmens.

Des Weiteren sind Auditoren und Zertifizierer dazu angehalten, ein Zertifikat nur bei Nachweis der kontinuierlichen Verbesserung der energiebezogenen Leistung zu erteilen. Auf die Nachvollziehbarkeit und den Nachweis in Form von aussagekräftigen Kennzahlen wird in der ISO 50006 eingegangen.

 

DIN EN ISO 50004:

Gültige Fassung:  ISO 50004:2014-12
Status: gültig
Stellenwert: Leitfaden


Titel: Energiemanagementsysteme - Anleitung zur Einführung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines Energiemanagementsystems

Die ISO 50004 soll die DIN EN ISO 50001 verständlicher machen und als Leitfaden zur Einführung, Umsetzung und kontinuierlichen Verbesserung des Energiemanagementsystems in den Unternehmen dienen.

 

DIN EN ISO 50006:

Gültige Fassung:  ISO 50006:2017-04
Status: gültig
Stellenwert: Leitfaden

 

Titel: Energiemanagementsysteme - Messung der energiebezogenen Leistung unter Nutzung von energetischen Ausgangsbasen (EnB) und Energieleistungskennzahlen (EnPI) - Allgemeine Grundsätze und Leitlinien

Die ISO 50006 gibt Hilfestellung für die Entwicklung und Etablierung geeigneter Energieleistungskennzahlen, Ausgangsbasen und Berücksichtigung von Variablen und statischen Faktoren im Energiemanagementsystem. Sie zeigt auf, wie aussagekräftige Kennzahlen und energetische Ausgangsbasen ermittelt und angewendet werden können, obwohl stets unterschiedliche Bedingungen wie z. B. Produktionsparameter, Witterungsverhältnisse, Betriebszeiten, Betriebsparameter usw. auf diese wirken.

Diese identifizierten Variablen werden anschließend anhand von z. B. Abhängigkeitsberechnungen (Regressionsanalyse) auf deren Signifikanz überprüft. Um z. B. Energieleistungskennzahlen über mehrere Jahre miteinander vergleichbar zu machen, müssen diese normalisiert werden, d. h. der Einfluss der relevanten Variablen muss durch geeignete Berechnungsmethoden neutralisiert werden. Zeigen sich dennoch Änderungen, können diese auf z. B. Energieeffizienzmaßnahmen oder andere Einflüsse zurückgeführt werden.

 

DIN EN ISO 50015:

Gültige Fassung:  ISO 50015:2014-12
Status: gültig
Stellenwert: Leitfaden

 

Titel: Energiemanagementsysteme - Messung und Verifizierung der energiebezogenen Leistung von Organisationen - Allgemeine Grundsätze und Leitlinien

Die Norm beschreibt die allgemeinen Prinzipien und Richtlinien zur Messung und Verifizierung der energiebezogenen Leistung von Organisationen. Die Inhalte bauen auf den Anforderungen der ISO 50001 zur energetischen Bewertung, zur energetischen Ausgangsbasis und zu dem Kapitel „Überwachung, Messung und Analyse“ auf. Des Weiteren wird auch die messtechnische Bewertung zur Umsetzung von Energiesparmaßnahmen beschrieben.

Die beschriebene Erstellung von Mess- und Verifikationsplänen (M & V-Plänen), wie z. B. eine Messstellenplanung anhand des Werkslayouts, können Kosten und Aufwand deutlich reduzieren.

 

Ausblick

Auch zukünftig werden die Auditoren auf Basis der ISO 50001 zertifizieren. Jedoch ist davon auszugehen, dass mehr Wert auf die Aspekte Messung von Verbräuchen und signifikanten Variablen, Führen von Kennzahlen und die Verbesserung der energetischen Leistung gelegt wird. Die ab Herbst 2017 gültige DIN ISO 50003 hat zunächst keinen wesentlichen Einfluss auf die Unternehmen. Betriebe müssen sich jedoch bewusst sein, dass sie zukünftig die Verbesserung der energiebezogenen Leistung in Form von aussagekräftigen Kennzahlen nachweisen müssen.

Die FfE GmbH unterstützt Unternehmen bei der Einführung, Verbesserung und Aufrechterhaltung des Energiemanagementsystems, insbesondere auch bei der Identifikation relevanter Kennzahlen.
Kontakt: Franziska Biedermann, Anna Gruber, Michael Kolb, Nico Reinhold

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einverstanden