Energienetze in Bayern – Handlungsbedarf bis 2022

Am 04. November 2013 fand die offizielle Vorstellung der Untersuchung "Energienetze in Bayern" im Rahmen der Fachkonferenz "Infrastruktur - Wege für Morgen: Verkehr - Energie - Finanzierung" im Forum der IHK Akademie München statt.

Zusammenfassung

titelseite 200Die bayerische Energie-Infrastruktur zählt zu den Besten. Sie bietet der bayerischen Wirtschaft und der Bevölkerung einen hohen Grad an Versorgungsqualität und Versorgungssicherheit. Im Bundesländervergleich gehört Bayern zu den Spitzenreitern. Dies stellt einen wichtigen Wettbewerbsfaktor für den Wirtschaftsstandort Bayern dar. Auch Gesamtdeutschland muss sich nicht verstecken: In Punkto Versorgungsqualität steht die Bundesrepublik im europäischen Vergleich hinter der Schweiz an zweiter Stelle.

In dieser komfortablen Ausgangslage steht Bayern nun vor großen Herausforderungen: Die Energiewende stellt das bisherige System der Energieversorgung auf den Kopf. Grundlastfähige Kernkraftwerke werden abgeschaltet, der dezentrale Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet stetig voran, die Strompreise steigen. Die Anforderungen an die Stromnetze ändern sich damit grundlegend. Die historisch gewachsene Erzeugungsstruktur mit wenigen zentralen Groß-Kraftwerken entwickelt sich zu einer dezentralen Struktur, die auf sehr vielen Standorten mit wesentlich kleineren Anlagen beruht.

Bayern ist von diesen Entwicklungen besonders betroffen.

In Bayern wird bis heute ein sehr hoher Anteil des Strombedarfs mit Kernenergie gedeckt. Die Unfallserie von Fukushima 2011 hat zu einer politischen Kehrtwende geführt: Der Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 ist beschlossene Sache. Gleichzeitig werden in Bayern die erneuerbaren Energien stark ausgebaut, vor allem in Form von Photovoltaik-Anlagen. Dies belastet die Netzbetreiber bereits jetzt auf das Äußerste. Die vorhandenen Netze sind zum einen technisch nicht auf eine dezentrale Erzeugung ausgelegt, zum anderen fehlen leistungsstarke Leitungstrassen. Diese sind notwendig, um beispielsweise Windkraft aus Norddeutschland in den Süden oder Solarstrom in die Gegenrichtung zu transportieren.

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Abbildungen: Höchstspannungsnetz & Kraftwerke (links), Gasleitungen & Speicher (rechts)


Der Energiebedarf in Bayern bleibt konstant.

Bayern hat jedoch zahlreiche energieintensive Unternehmen, deren Produktionsstandorten auch weiterhin mit Energie versorgt werden müssen. Hinzu kommt eine stabile und in Gebieten Bayerns sogar deutlich positive Entwicklung der bayerischen Bevölkerung die den Energiebedarf weiter befördert. Bayern hat insofern eine gewisse Sonderstellung in Deutschland, was den Netzausbaubedarf betrifft. Diesbezügliche Aussagen zu Deutschland sind nicht direkt auf Bayern übertragbar.

Ziel dieser Untersuchung ist eine grundlegende Darstellung zu den Energienetzen in Bayern und deren Ausbaubedarf bis zum Jahr 2022. Transparenz schafft Vertrauen. In diesem Sinne geht es darum, die Zusammenhänge von Energiewende und Netzinfrastruktur sachlich und wissenschaftlich fundiert zu beschreiben. Auf diese Weise soll Verständnis für die Notwendigkeit des Ausbaus der bayerischen Energienetze geweckt werden. Neben Exkursen in die historische Entwicklung der Energieinfrastruktur steht die Beschreibung des Ist-Zustandes im Mittelpunkt. Dazu gehören sowohl die wirtschaftlichen als auch die organisatorischen Rahmenbedingungen der Energieversorgung. So erhält der Leser ein umfassendes Bild der bayerischen Energieinfrastruktur. Davon ausgehend werden die neuen Anforderungen herausgearbeitet, die im Zuge der Energiewende an die Netze gestellt werden müssen. Diese Anforderungen ergeben in der Summe einen dringenden Handlungsbedarf: den Aus- und Umbau der bayerischen Energienetze.


Zum Download des Berichts:

Weitere Informationen:

 

Projektzeitraum:  Mai - Oktober 2013

Auftraggeber:

 

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