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Standardlastprofile Österreich

Bewertung der aktuellen Standardlastprofile
und Analyse zukünftiger Anpassungsmöglichkeiten im Strommarkt

Die geplante flächendeckende Einführung von Smart Metern in Österreich bis Ende 2019 bietet neue Möglichkeiten zur Erstellung von Lastprofilen für Kleinkunden. Um diese zu bewerten, wurde von der FfE GmbH im Auftrag der E-Control eine Studie durchgeführt, in der verschiedene Varianten, die derzeit für Prognostizierungs- und Abrechnungszwecke verwendeten Standardlastprofile zu ersetzen, hinsichtlich Aufwand und Genauigkeit verglichen werden.

Derzeit werden in Österreich Standardlastprofile für Stromeinkauf und Abrechnung der Ausgleichsenergie verwendet, die vom VDEW auf Basis deutscher Daten in den 90er Jahren erstellt wurden. Abbildung 1 zeigt beispielhaft das Profil eines Haushalts an einem Werktag für die drei berücksichtigten Jahreszeiten. Da diese Profile demnach weder an aktuelle Entwicklungen noch an den österreichischen Raum angepasst wurden, ist zu vermuten, dass sie vom tatsächlichen Strombezug abweichen.

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Abbildung 1: Standardlastprofile Werktag

Auf Basis der zur Verfügung stehenden Smart-Meter-Daten von Haushalten aus drei österreichischen Regionen, welche hier mit A, B und C bezeichnet werden, lässt sich diese Abweichung sowie die mögliche Verbesserung der Prognose durch Erstellen neuer Profile überprüfen. Dazu werden verschiedene Verfahren getestet, die sich in der Aktualisierungsrate, der betrachteten Gruppengröße sowie den berücksichtigten Eingangsdaten unterscheiden.

Abbildung 2 zeigt den Vergleich des zuvor bereits dargestellten Standardlastprofils eines Werktags im Winter mit dem normierten mittleren Verbrauch der Haushalte in Region C. Hier ist zu erkennen, dass sowohl Position als auch Höhe der Verbrauchsspitzen signifikant abweichen. Ähnliche Effekte können auch für die anderen Regionen und Typtage festgestellt werden.

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Abbildung 2: Vergleich Region C – Standardlastprofil, Winter Werktag

Verwendet man diese auf den vorliegenden Messungen basierenden Lastprofile, lässt sich die mittlere Abweichung des realen Verbrauchs vom Profil bereits um 35 % verbessern. Betrachtet man die in Abbildung 3 dargestellten Unterschiede zwischen den betrachteten Regionen, ist weiteres Verbesserungspotential zu erkennen.

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Abbildung 3: Regionale Profile, Winter Werktag

Der Einsatz dieser regional angepassten Profile ermöglicht eine Verbesserung der Prognosegüte von 49 % im Vergleich zu den aktuellen Standardlastprofilen. Wie bereits erläutert, sind außerdem Lastprofilverfahren möglich, bei denen zusätzliche Informationen benutzt wurden wie beispielsweise Ferienzeiten, Witterungsdaten oder Verbrauchsdaten der Vorwoche(n), oder Verfahren, welche die Verbrauchergruppe „Haushalte“ weiter unterteilen, z. B. nach Position der Mittagsspitze oder nach Jahresgesamtverbrauch bis hin zu individuellen Lastprofilen. Diese Verfahren ergeben eine Reduzierung der mittleren Abweichung im Vergleich zum aktuellen Verfahren von 49 % bis 55 % und liegen damit alle etwa im Bereich von einfachen regionalen Profilen bei deutlich höherem Aufwand. Als Beispiel ist in Abbildung 4 die Berücksichtigung von Witterungsdaten zu sehen.

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Abbildung 4: Vergleich von neuem Profil und Profil basierend auf Regression der Witterungsdaten mit realer Messung eines Tages

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch Einsatz neuer regionsspezifischer Lastprofile der Prognosefehler mit relativ geringem Aufwand um etwa die Hälfte reduziert werden kann.

 

Projektlaufzeit:  Januar bis Juli 2013

Auftraggeber:

 

 

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Ansprechpartner:
Michael Hinterstocker, M.Sc., Dr.-Ing. Serafin von Roon