Statusbericht zum Standardlastprofilverfahren Gas

Kurzbericht

Im Rahmen eines in Zusammenarbeit mit dem BDEW durchgeführten Projekts analysierte die FfE die Allokationsgüte der derzeit eingesetzten Standardlastprofile (SLP) im Gasbereich in Deutschland sowie mögliche Verbesserungsmaßnahmen. Neben der Auswertung der Daten auf Marktgebietsebene zur Identifikation existierender Schwachstellen wurden Zeitreihen von 40 Verteilnetzen untersucht.

Die Darstellung der Netzkontenabweichungen in Abhängigkeit der Temperatur für ein Marktgebiet (Abbildung 1) zeigt einen deutlichen Trend zur Unterallokation bei sehr kalten Temperaturen. Im restlichen Temperaturbereich ist kein klarer Zusammenhang erkennbar.

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Abbildung 1: Tägliche Netzkontenabweichungen in Abhängigkeit der Temperatur

Zur genaueren Untersuchung wurde für jedes vorliegende Netz das Temperatur-Allokation-Restlast-Diagramm herangezogen. Dies erlaubt den Vergleich von allokierter sowie tatsächlich bezogener Gasmenge. Abbildung 2 zeigt dies beispielhaft für einen der teilnehmenden Netzbetreiber, der das synthetische Standardlastprofilverfahren verwendet.

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Abbildung 2: Temperatur-Allokation-Restlast-Diagramme für einen Netzbetreiber

Hier ist wiederum die Unterallokation bei niedrigen Temperaturen zu erkennen; zusätzlich fallen die starke Streuung der Restlast im mittleren Temperaturbereich sowie die abweichende Grundlast auf. Um diese Abweichungen zu verringern wurden verschiedene mögliche Weiterentwicklungsmaßnahmen des Profilverfahrens untersucht. Zwei davon werden im Folgenden kurz erläutert.

Die Restlast im Temperaturbereich unter 0 °C entspricht nicht der derzeit verwendeten sigmoidalen Profilfunktion. Um dies zu korrigieren, besteht die Möglichkeit, diese Funktion nur bis zu einer gewissen Grenztemperatur anzuwenden, und diese bei niedrigeren Temperaturen mit konstanter Steigung linear fortzusetzen. Dieses Prinzip ist in Abbildung 3 dargestellt.

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Abbildung 3: Lineare Fortsetzung der Sigmoidfunktion

Dieser Ansatz hat den Vorteil, dass er keine Neubestimmung der Profilkoeffizienten erfordert, aber dennoch die Schwächen im kalten Bereich reduziert.

Ein weiterer betrachteter Ansatz ist die Einführung eines saisonalen Ausgleichsfaktors, der dazu dient, die nach bisherigem Verfahren berechnete Allokationsmenge in einem zweiten Schritt datumsabhängig anzupassen. Der berechnete Verlauf für eine Auswahl der vorliegenden Netze über ein Gaswirtschaftsjahr ist in Abbildung 4 dargestellt.

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Abbildung 4: Saisonaler Ausgleichsfaktor

Neben den beiden dargestellten wurden weitere Maßnahmen zur Verbesserung des synthetischen sowie auch des analytischen Profils analysiert und ausgewertet. Die Ergebnisse des Projekts werden im Rahmen eines Folgeprojekts mit dem BDEW weiter konkretisiert und die resultierenden Maßnahmen umgesetzt.

Projektlaufzeit:      April bis November 2014
Auftraggeber:



bdew x100

Zum Download des vollständigen Projektberichts:


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