Versorgungssicherheit in Schwaben

Die Entwicklung des Kraftwerksparks in Deutschland weg von konventionellen Erzeugern hin zu regenerativen Energieträgern stellt eine große Umstellung des Energiesystems dar. Der zusätzlich beschlossene Kernenergieausstieg bis 2022 reduziert die bereitstehende Leistung aus derzeit installierten konventionellen Energieträgern zusätzlich. In Bezug auf die Versorgungssicherheit haben konventionelle Energieträger jedoch den Vorteil, dass sie zu nahezu jeder Stunde im Jahr zur Verfügung stehen und somit den Strombedarf in Deutschland decken können.

Volatile Erzeuger wie Wind und Photovoltaik sind jedoch vom Dargebot des jeweiligen Eingangsenergieträgers abhängig und unterliegen deshalb natürlichen Schwankungen, deren Höhe sich nur kurzfristig prognostizieren lässt. Ihr Beitrag zur Versorgungssicherheit ist deshalb gering.

Im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben befindet sich das Kernkraftwerk Gundremmingen, das nach Betreiberangaben im Jahr über 7800 h in zwei Blöcken jeweils eine Leistung von rund 1300 MW bereitstellt. Die Blöcke sollen nach §7 AtG Ende 2017 und Ende 2021 abgeschaltet werden. Der Wegfall dieser Erzeugungsmenge muss kompensiert werden, um die Region Schwaben weiterhin ausreichend mit Elektrizität zu versorgen. Hierfür stehen verschiedene Alternativen bereit, die einen Beitrag zur Versorgungsaufgabe leisten können. Ihr Beitrag wird in dieser Studie untersucht und ausgewertet.

Die Herangehensweise in diesem Projekt erfordert einen zweigliedrigen Ansatz, wie in Abbildung 1 dargestellt. In einer statischen Betrachtung wird einerseits überprüft und dargestellt, welche Elemente in welchem Maße im Jahr 2023 zur Versorgungssicherheit beitragen können. Zu diesem Zweck werden die vorhandenen Leistungen der Nachfrage gegenübergestellt. In einer dynamischen Betrachtung wird andererseits untersucht, welchen Anteil die installierten Elemente in diesem Jahr tatsächlich erbringen, indem eine Modellierung der Versorgungssituation durchgeführt wird. Um die Robustheit der voraussichtlichen Entwicklung im Referenzfall zu überprüfen, werden verschiedene Variationen des Referenzszenarios beschrieben und ausgewertet.
 

Grafik Methodik

Abbildung 1: Methodik zur Untersuchung der Versorgungssicherheit

Die Untersuchungen der Studie zeigen, dass sich in dem betrachteten Jahr 2023 kein Versorgungsengpass für Schwaben ergibt (Abbildung 2). Zwar hat eine statische Bilanzierung der möglichen Erzeugungseinheiten in Schwaben ergeben, dass die Nettoproduktionsmittel in Schwaben nicht ausreichen, um die Nachfrage zu decken, jedoch auch, dass ausreichend technische Mittel gegeben sein werden, um die Versorgung in Schwaben sicherzustellen.
 

Grafik Leistungsbilanz

Abbildung 2: Leistungbilanz für Schwaben 2015 und 2023

Durch eine Modellierung des tatsächlichen Einsatzes der Anlagen in Deutschland und Europa wurde festgestellt, dass sich in Deutschland und den Nachbarländern ausreichend Kapazitäten befinden, um einen Energietransport über die zur Verfügung stehenden technischen Mittel zu realisieren. Zusammenfassend zeigen die statische und die dynamische Betrachtung, dass vor allem die Übertragungsnetze nach Schwaben eine entscheidende Rolle bei der Versorgungssicherheit und der tatsächlichen Bereitstellung von Energie in Schwaben übernehmen. Untersuchungen der Übertragungsnetzbetreiber im Netzentwicklungsplan haben ergeben, dass die Verbindung von Schwaben nach Baden-Württemberg verstärkt werden muss. Dies deckt sich mit den Studienergebnissen insofern, als dass der Großteil der zu erwartenden Importmengen aus Baden-Württemberg stammen wird, wie in Abbildung 3 dargestellt.
 

Grafik Jahressummen

Abbildung 3: Jahressummen der Energieflüsse von und nach Schwaben

 

 

Video: Versorgungssicherheit in Schwaben 2030

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