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Das Kopernikus-Projekt SynErgie

Synchronisierte und energieadaptive Produktionstechnik zur flexiblen Ausrichtung von Industrieprozessen auf eine fluktuierende Energieversorgung

Mit den Kopernikus-Projekten startet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die bisher größte Forschungsinitiative zur Energiewende. Innerhalb einer Laufzeit von zehn Jahren werden technologische und wirtschaftliche Lösungen in den vier Schlüsselbereichen neue Netzstrukturen, Power-to-X, Industrieprozesse und Systemintegration entwickelt. Insgesamt stehen hierfür 400 Mio. Euro bereit.

Die Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH (FfE GmbH) beschäftigt sich im Projekt SynErgie mit der Flexibilisierung von Industrieprozessen. Das Projekt hat zum Ziel, in Einklang mit rechtlichen und sozialen Aspekten, alle technischen und marktseitigen Voraussetzungen zu schaffen, um den Energiebedarf der deutschen Industrie maßgeblich mit dem volatilen Energieangebot zu synchronisieren. SynErgie trägt damit zur gesellschaftlich akzeptierten sowie kosteneffizienten Realisierung der Energiewende auf der Basis Erneuerbarer Energien bei. Die erzielten Erkenntnisse bilden zudem die Grundlage für Deutschland, sich zum internationalen Leitanbieter für flexible Industrieprozesse und Technologien zu entwickeln.

Die Themenfelder des Projektes SynEnergie sind:

  • Industriebranchen – Schlüsselproduktionsprozesse
  • Produktionsinfrastruktur
  • IKT
  • Markt- und Stromsystem
  • Potenzialanalyse und systemische Betrachtung
  • Energieflexible Modellregion

Konkret wird die FfE GmbH in Zusammenarbeit mit weiteren Forschungsinstituten und Branchenvertretern innerhalb eines Jahres eine Methodik zur Potenzialerhebung von Möglichkeiten zur Lastflexibilisierung entwickeln. Der Fokus liegt zunächst auf den Branchen der Grundstoffindustrie – Chemie, Feuerfest, Glas, Stahl, Zement und Aluminium.

Ziel ist es jedoch, dass die entwickelte Methodik auch für die Erhebung von Flexibilitätspotenzialen in anderen Branchen und für Querschnittstechnologien angewendet werden kann. Gemeinsam mit Branchenvertretern der Grundstoffindustrie wurden bereits typische Prozesse der einzelnen Branchen identifiziert. Über die Definition von Referenzprozessen für die Chlor-Alkali-Elektrolyse, Rohstoffschmelzanlage, Behälter- und Floatglasherstellung, Elektrostahlofen, Roh- und Zementmühlen sowie Aluminiumelektrolyse werden die Potenziale zur Lastflexibilisierung zunächst auf Prozessebene bestimmt.

In einem nächsten Schritt soll die Methodik ermöglichen, diese Potenziale über geeignete Kennzahlen auf Deutschland hochzurechnen. Inwiefern dies für die gewählten Referenzprozesse umgesetzt wird, wird im Verlauf des Projektes geprüft. Zusätzlich werden auch zukünftige Potenziale durch technische Eingriffe bzw. Veränderungen an Prozessen – sogenannte Flexibilitätsperspektiven – untersucht. Hierzu zählen vorrangig Maßnahmen zur Hybridisierung und Elektrifizierung von Prozessen sowie Bau oder Erweiterung von Stoff- und Energiespeichern.


Ansprechpartner:
Christa Dufter, M.Sc., Dr.-Ing. Serafin von Roon, Andrej Guminski, M.Sc.