Modellierung des Gasverbrauchs für Haushalte und GHD-Verbraucher in Deutschland bis 2040

Long-Term Forecast of Residential & Commercial Gas Demand in Germany

Working-paper

Der Erdgasverbrauch der meisten Haushalte und kleinen GHD-Verbraucher kann über die Anwendung von Standard-Lastprofilen (SLP) prognostiziert werden. Auf Basis historischer Daten werden hierbei temperaturabhängige Profile für verschiedene Verbrauchergruppen erstellt. Da sich das Verbrauchsverhalten verändert, weil beispielsweise eine verbesserte Isolierung der Gebäudehülle stattfindet, müssen auch diese Profile stetig angepasst werden. Die FfE GmbH hat dies in ihrer Studie „Weiterentwicklung des Standardlastprofilverfahrens Gas“ im Auftrag des BDEW durchgeführt. Durch die Verwendung historischer Daten kann jedoch keine zukünftige Entwicklung der Verbrauchsprofile abgeleitet werden. Dieses Arbeitspapier stellt einen Ansatz vor, der eine Prognose der Profile für die Zukunft erlaubt.

Die Verbrauchsprofile für die Zukunft werden durch eine lineare Optimierung generiert. Hierbei werden top-down neue Faktoren für die bisherigen Profile erzeugt, indem eine Verbrauchsentwicklung angenommen wird, der die Profile Genüge leisten müssen. Das Modell wird für Ein- und Zweifamilien-Häuser, Wohnungen und den GHD-Sektor angewandt.

Die entwickelten Profile stellen eine Änderung im Verbrauchsverhalten dar, die durch eine Verschiebung des Beginns der Heizphase hin zu kälteren Temperaturen charakterisiert ist. Dies bedingt schließlich, dass die relative Abweichung in kälteren Temperaturen höher ist als in wärmeren. Die gewonnen Erkenntnisse können anschließend helfen, Prognosen für den zukünftigen Speichereinsatz, für die Auslastung von Pipelines oder auch für die Entwicklung des Gaspreises zu erstellen, indem die Profile in einem Gasmarktmodell angewendet werden.