Auswirkungen des NeMoG auf Verbraucher in Schwaben


Am 30. Juni 2017 wurde im Bundestag das Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NeMoG) beschlossen. Es beinhaltet die folgenden Änderungen: Vereinheitlichung der Netznutzungsentgelte auf Übertragungsnetzebene, Umstrukturierung der Offshore-Haftungsumlage und Abschaffung der vermiedenen Netznutzungsentgelte. Für den Wirtschaftsstandort Bayerisch-Schwaben im Netzgebiet der Amprion hat die Verordnung Kostensteigerungen zur Folge. Diese wurden im Rahmen des Kurzgutachtens für ausgewählte Referenzverbraucher abgeschätzt.


Die Änderungen des NeMoG im Überblick

  1. Vereinheitlichung der Netznutzungsentgelte auf Übertragungsnetzebene
    Die schrittweise Angleichung der Übertragungsnetzentgelte beginnt ab 2019 und soll 2023 vollständig abgeschlossen sein. Das Gesetz enthält keine genauen Angaben über die anteilsmäßige Anpassung innerhalb der fünf Jahre. Durch die Vereinheitlichung steigen die Netznutzungsentgelte im Netzgebiet von Amprion und TransnetBW, im Netzgebiet von Tennet und 50Hertz sinken sie hingegen.

  2. Umstrukturierung der Offshore-Haftungsumlage
    Die Offshore-Anschlusskosten werden aus den Netznutzungsentgelten herausgenommen und in die Offshore-Haftungsumlage nach § 17 EnWG überführt. Die Kosten des Jahres 2017 in Höhe von 1,2 Mrd. € werden ab 2019 über die Offshore-Haftungsumlage auf die Verbraucher aufgeteilt. Dies hat einerseits eine Verminderung der Netzkosten und somit der Netznutzungsentgelte zur Folge, und andererseits eine Erhöhung der Belastung durch die Offshore-Haftungsumlage.

  3. Abschaffung der vermiedenen Netznutzungsentgelte
    Bisher bekommen dezentrale Erzeuger vom jeweiligen Netzbetreiber eine Vergütung pro eingespeister kWh und für die Vermeidungsleistung. Die ursprüngliche Begründung für diese Vergütung war die Vermeidung von Netznutzungsentgelten des betroffenen Netzbetreibers bei seinem vorgelagerten Netzbetreiber. Allerdings wurde der Aus- und Umbau der Verteilnetze in den letzten Jahren vor allem durch den Ausbau der dezentralen Erzeuger erst bedingt, was häufig in der öffentlichen Diskussion als Argument gegen diese Vergütung angeführt wurde. Daher werden die vermiedenen Netznutzungsentgelte für Wind- und Photovoltaik-Anlagen aufgrund ihrer volatilen Einspeisung ab 2018 dann über drei Jahre stufenweise auf null zurückgefahren. Für die restlichen steuerbaren Anlagen (z.B. KWK-Anlagen) beginnt dieser Abschmelzprozess erst ab 2023. Einerseits reduzieren sich durch diese Änderung die Netznutzungsentgelte, da die hieraus resultierenden Einsparungen der Netzbetreiber an die Verbraucher weitergegeben werden. Andererseits steigt die EEG-Umlage für alle Verbraucher. Diese Effekte wurden in der Studie qualitativ betrachtet.


Abschätzung der Kostenveränderungen durch das NeMoG

Die FfE GmbH quantifiziert die Mehrkosten für die Verbraucher in Schwaben, welche durch die Vereinheitlichung der Netznutzungsentgelte und die Umstrukturierung der Offshore-Haftungsumlage entstehen.

Die Berechnungen werden auf Basis der zum Zeitpunkt der Studie verfügbaren Daten durchgeführt. Da nur wenige Verteilnetzbetreiber alle notwendigen Daten veröffentlichen, mussten Annahmen und Vereinfachungen für die Berechnungen getroffen werden. Die Ergebnisse haben daher indikativen Charakter, um grundsätzliche Effekte im Netzgebiet von Amprion aufzuzeigen.

Die folgenden Abbildungen zeigen die Mehrbelastungen für vier Referenzverbraucher. Für die Unternehmen der besonderen Ausgleichsregelung (BesAr) wird eine Spannweite angegeben, da die Mehrbelastung durch die Neustrukturierung wegfallen würde, falls weiterhin in dieser Größenordnung Kosten aus der Haftung für die Offshore-Anbindung im ursprünglichen Sinne bestehen bleiben.

 

Bild1 Bild2

Mehrkosten für Unternehmen in der BesAr (links) und für Unternehmen mit Jahresstromverbrauch von mehr als 1.000.000 kWh (rechts)

 

 Bild3  Bild4

Mehrkosten für Unternehmen mit Jahresstromverbrauch von 100.000 kWh bis 1.000.000 kWh (links) und private Haushalte (rechts)

 

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