Pumpspeicherkraftwerk Poschberg – Energiewirtschaftliche Bedeutung für die Region

Im Rahmen des Projekts "Pumpspeicherkraftwerk Poschberg" analysierte die FfE die energiewirtschaftliche Bedeutung des Pumpspeicherkraftwerks (PSKW) für die Planungsregionen 13 und 18 im Südosten Bayerns. Die Studie wurde von der Max Aicher Unternehmensgruppe in Auftrag gegeben, mit dem Ziel, den möglichen Mehrwert für die Region, den die Flexibilität des PSKWs bereitstellt, herauszuarbeiten.

Nach der Methodik in Abbildung 1 wurde in einem ersten Schritt der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Entwicklung der konventionellen Kraftwerke sowie der Verbraucherlast in der Region 2030 im Vergleich zu heute analysiert. Basierend auf dem Wetterjahr 2012 resultierten daraufhin Einspeise- sowie Lastprofile für die Region, woraus auch die Residuallastkurve abgeleitet werden konnte. Diese wiederum konnte genutzt werden, um die Auswirkungen des PSKWs auf den Residuallastgang quantitativ zu bestimmen. Hierzu wurden zwei verschiedene Optimierungsstrategien implementiert:

  • BS 1: Minimierung von max. Stromimporten und –exporten:
    Der Speichereinsatz wird dahingehend optimiert, dass maximale Stromimporte in die Region und maximale Stromexporte aus der Region minimiert werden. Es wird eine quadratische Optimierung verwendet, die hohe Residuallastspitzen vermeidet.
  • BS 2: Maximierung des Eigendeckungsgrads:
    Der Speichereinsatz wird dahingehend optimiert, dass der Eigendeckungsgrad der Region durch erneuerbare Energien maximiert wird. Erzeugungsüberschüsse werden bestmöglich gespeichert, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen. Es wird eine lineare Optimierung verwendet.

 

Abbildung Methodik

Abbildung 1: Methodik zur Untersuchung des regionalen Mehrwerts des Pumpspeicherkraftwerks Poschberg

In diesem Gedankenexperiment mit einer geschlossenen Betrachtung der Region konnte aufgezeigt werden, dass das PSKW Poschberg eine Flexibilitätsoption ist, die regional die Integration erneuerbarer Energien verbessern könnte. Die maximalen Stromimporte und -exporte der Region in 2030 können um ca. 25 % verringert werden. Dies könnte zu Entlastungen im Stromnetz führen. Der Eigendeckungsgrad der Region durch erneuerbare Energien in 2030 kann durch das PSKW um knapp 6 % gesteigert werden.

Zusätzlich wurde die Möglichkeit untersucht, durch das PSKW Poschberg Redispatch zu erbringen. Im Vergleich zu einem Gaskraftwerk mit identisch installierter Leistung könnten die Redispatchspitzen im Jahr 2030 gleichwertig verringert werden und 45 % der Redispatcharbeit erbracht werden.

Abschließend wurden zur Einordnung der Technologie Pumpspeicherkraftwerk im Vergleich zu anderen Speichertechnologien Steckbriefe erstellt, welche die wesentlichen technoökonomischen Kennwerte und Einsatzoptionen übersichtlich darstellen.

Das Energiesystem der Zukunft benötigt, aufgrund des Ausbaus volatiler, erneuerbarer Energien, Flexibilitäten, um Schwankungen der Erzeugung auszugleichen. Durch die Studie konnte gezeigt werden, dass das PSKW Poschberg eine regionale Flexibilitätsoption darstellt, die einen Mehrwert für das Energiesystem liefern könnte.

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