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Bayern und Baden-Württemberg sollen Modellregion für intelligente Stromnachfrage werden

München, 14.12.2012


Bayern und Baden-Württemberg sollen Modellregion für intelligente Stromnachfrage werden - Gemeinsame Studie mit Agora Energiewende untersucht, wie Großverbraucher Nachfrage gezielt verschieben können

Gemeinsame Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit (StMUG), des Umweltministeriums Baden-Württemberg und der Agora Energiewende


Wie lässt sich die hohe Versorgungssicherheit in Süddeutschland auch in Zukunft sicherstellen? Und welchen Beitrag können Industrie und Gewerbe mit der gezielten Steuerung ihres Verbrauchs dazu leisten? In enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit wird dazu von der Agora Energiewende eine Studie erstellt. Im Zentrum der Studie steht das sogenannte Lastmanagement: Hierbei steuern Großverbraucher ihren Strombedarf so, dass Nachfrage und Stromerzeugung im Einklang sind.

"Neben Reservekapazitäten und dem Stromnetzausbau ist ein kluges Lastmanagement ein weiterer Schlüssel für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit", erklärten die Umweltminister Dr. Marcel Huber (Bayern) und Franz Untersteller (Baden-Württemberg) sowie Rainer Baake, Direktor von Agora Energiewende. "Wir wollen, dass es attraktiv wird, Strom vor allem dann zu verbrauchen, wenn Sonne und Wind ihn reichlich liefern. Und wir wollen dafür das Bewusstsein und die Voraussetzungen schaffen. Deshalb untersuchen wir jetzt ganz konkret, ob und wie das zu den Prozessen in Industrie und Gewerbe passen könnte. Wir sehen im Lastmanagement ein großes Potenzial – mit den richtigen Anreizen kann das für einzelne Unternehmen und für die ganze Volkswirtschaft ein Gewinn sein. Süddeutschland soll zur Modellregion für intelligente Stromversorgung werden", so die drei Initiatoren.

Der Atomausstieg sowie der zügige Ausbau der erneuerbaren Energien führen zu einem sinkenden Anteil der Stromerzeugung aus fossilen Kraftwerken. Im bestehenden Energiemarkt könnte dies in absehbarer Zukunft in Süddeutschland an einigen Stunden bzw. Tagen im Jahr zu einer angespannten Versorgungslage führen. Der steigende Anteil der erneuerbaren Energien bedeute zugleich, dass die Stromerzeugung künftig stärker schwanke. Das Ziel müsse deshalb lauten, Stromerzeugung und Nachfrage effizienter als derzeit zu synchronisieren, erläuterten die beiden Minister und der Agora-Direktor. Neben ausreichend flexiblen konventionellen Kraftwerken und Speichern könne das Lastmanagement dazu beitragen. Die bisherigen Anreize im System setzten vor allem auf der Angebotsseite an: Bei Bedarfsspitzen soll es sich für Kraftwerksbetreiber lohnen, zusätzliche Reserveleistung bereitzustellen. Doch auch Stromverbraucher könnten davon profitieren: Bei passenden Anreizen könne es attraktiv werden, die Produktion nicht gerade dann hochzufahren, wenn sich das Stromsystem ohnehin schon an der Belastungsgrenze bewege, sondern diese Lasten zeitlich zu verschieben. Auch für Privathaushalte könnte dieser Weg vorteilhaft sein: so ist beispielsweise eine Nutzung elektrischer Geräte wie Waschmaschine oder Trockner gesteuert durch Zeitschaltuhren ebenfalls zu Tageszeiten denkbar, in denen ausreichend erneuerbare Energien zur Verfügung stehen.

Um das Potenzial einer guten Nachfragesteuerung zügig zu erschließen, sollen die Ergebnisse der Untersuchung schon im Sommer 2013 vorliegen. Mit der Ausarbeitung der Studie beauftragt wurden zwei renommierte wissenschaftliche Institutionen: Das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe und die Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH in München.